„Architektur muss wirtschaftlich denken“

Architects secrets
Maren Boettcher, CHOSEN by Architects, Interior Design
Maren Boettcher
© Monoplan AG
27.3.2026
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Daniel Schneider, Architekt und Entwickler der Monoplan AG, entwirft Räume, die ganze Branchen neu denken. Lesen Sie mehr im Interview!

Die europäische Hospitality- und Immobilienbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Neue Reisemuster, veränderte Erwartungen an Aufenthaltsqualität und die zunehmende Verschmelzung von Architektur, Marke und Nutzung verlangen nach ganzheitlichen Konzepten. Einer der Vordenker dieser Entwicklung ist Architekt und Projektentwickler Daniel Schneider, Gründer und Senior Partner der Monoplan AG. Bei Begegnungen mit Daniel, ob bei dem Swiss Hospitality Investment Club in Zürich, oder bei der Verleihung der “101 besten Hotels“-Deutschlands im Schloss Elmau war ich immer neugierig auf Daniels Visionen, seine Markteinschätzung und Erkenntnisse aus der Branche. Um so mehr freut es mich, dass wir nun im Interview über das aktuelle Großprojekt der Monoplan AG sprechen. Es geht um neue Hospitality-Formate wie japanische Schlafkapseln für Europa, die Zukunft der Klinikarchitektur – und darüber, was die Branche in den kommenden Jahren erwartet.

Ein Blick hinter die Kulissen eines Projekts in NYC

Aktuell arbeitet Monoplan an einem Großprojekt in NYC. In der Branche wird bereits darüber gesprochen, dass hier ein außergewöhnliches Hospitality- und Immobilienkonzept entsteht. Was steckt hinter diesem Projekt und welche Rolle spielt Monoplan AG in der Entwicklung? Kannst du uns schon einen Einblick geben, was das Projekt so besonders macht? 

Daniel Schneider: Wir sind die Lead Architects bei diesem Projekt, haben aber auch ein großes Team lokaler Architekten vor Ort. Wir bauen dort ein historisches Hotel um. Das besondere ist dementsprechend natürlich die Geschichte des Ortes. Bauen im Bestand bedeutet auch immer: Du weißt nicht, welche Überraschung hinter diesem Gemäuer auf dich wartet. Zudem sind in den USA natürlich bestimmte Begriffe und auch die Maßeinheiten ganz andere. Eine Herausforderung ist natürlich die Koordination mit den Teams vor Ort, Verantwortlichkeiten, Reiseplanung etc. Bisher läuft das aber sehr gut! 

© Monoplan AG

9hours Schlafkapseln – japanisches Konzept für Europa

Monoplan bringt derzeit das japanische Konzept der „9hours“-Schlafkapseln auf den europäischen Markt – ein radikal kompaktes Hospitality-Format, das Effizienz und Komfort neu denkt. Was fasziniert dich als Architekt und Entwickler an diesem Konzept, und welche Rolle könnten solche Mikro Hospitality-Formate künftig in europäischen Städten spielen?

Daniel Schneider: Hospitality ist so divers, wie wahrscheinlich wir Menschen sind und die Gäste und die Gesellschaft und die wird ja immer diverser. Es wird immer Menschen geben, die in ein Grand Hotel einchecken möchten. Mit den 9hours schaffen wir ein Konzept, wenn man auf materiellen Luxus verzichten möchte, gleichzeitig aber Nutzungsqualität schätzt. Japan ist da absoluter Vorreiter.

© Monoplan AG

Healing Environment: Wie Architektur Heilung beeinflusst

Die Monoplan AG beschäftigt sich intensiv mit zukunftsfähiger Klinikarchitektur und verfolgt dabei den Ansatz „Bring back Hospitality in Hospital“. Welche Rolle spielt das Konzept in der Architektur moderner Gesundheitsbauten – und wie können Raumgestaltung, Licht, Materialien und Atmosphäre messbar zur Genesung von Patient:innen beitragen? 

Daniel Schneider: Als Hospitality-Experte sehe ich Krankenhäuser nicht nur als medizinische Infrastruktur, sondern als Orte der Genesung und des Wohlbefindens. Das Konzept “Bring back Hospitality in Hospital” überträgt Prinzipien aus der Hotellerie – Komfort, Orientierung, Atmosphäre und Service in die Klinikarchitektur. Eine heilungsfördernde Umgebung reduziert Stress und gibt Patienten Kontrolle und Orientierung. Architektur unterstützt medizinische Prozesse und verbessert gleichzeitig das emotionale Erleben von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden. Tageslicht und Blickbeziehungen zur Natur stabilisieren den Biorhythmus, verbessern Schlafqualität und können nachweislich Stress und Schmerzempfinden reduzieren. Natürliche, warme Materialien wie Holz oder textile Oberflächen schaffen Geborgenheit und reduzieren die sterile Krankenhausatmosphäre. Farben, Akustik und Möblierung, die an hochwertige Hospitality-Umgebungen erinnern, steigern Wohlbefinden und Vertrauen. Kurz gesagt: Healing Architecture verbindet medizinische Funktion mit Hospitality-Qualität – und macht Architektur zu einem aktiven Teil des Heilungsprozesses.

Warum der Begriff „Krankenhaus“ ausgedient haben könnte

Du gehst sogar so weit zu sagen, dass der Begriff „Krankenhaus“ aus unserem Wortschatz verschwinden sollte. Was können Kliniken konkret von Hotels lernen – und wie verändert sich die Architektur von Gesundheitsimmobilien, wenn man Patient:innen als Gäste und Menschen statt als Fälle betrachtet?

Daniel Schneider: Der Begriff hat natürlich etwas Negatives.  Wir sollten die Patient Journey ähnlich begreifen wie eine Guest Journey. Es ist eine große Chance, dass wir das Kow-How, was wir haben, auf diese Patient Journey applizieren können. Eine Klinik ist ja ähnlich wie ein Hotel vom Layout her, von den Abläufen. Es gibt noch ein paar Sonderräume, aber es gibt schon viele Parallelitäten. Wie wohl sich ein Mensch fühlt macht ganz viel für einen Krankheits- und Genesungsprozess. Und natürlich möchten Menschen lieber Gast sein, der umsorgt wird, als ein Kranker, der zu Last fällt!

Blick in die Zukunft der Hospitality – aus dem Hörsaal

Neben deiner Tätigkeit als Visionär und Entwickler lehrst du im Studiengang „Hotel Development & Real Estate“. Welche Themen und Fragestellungen behandelst du dort – und welche Entwicklungen siehst du bei der nächsten Generation von Hospitality und Immobilienexperten, die uns einen Hinweis darauf geben, wie Hotels und Hospitality-Konzepte in zehn oder zwanzig Jahren aussehen könnten? 

Daniel Schneider: Es ist spannend zu sehen, wer die Zukunft ist und was diese jungen Menschen, die ich unterrichte, antreibt. Wir machen ja Hospitality Projekte für den Gast. Es ist also essentiell zu wissen, was Gäste sich wünschen, erwarten, sich erträumen. Die zukünftigen Generationen haben da ein anderes Mindset in manchen Bereichen und das ist auch gut so! Ich glaube, in Zukunft wird eine neue Art von Luxus, „New Luxury“ mehr Trend.

Hospitality als Gesamtsystem

Viele eurer Projekte verbinden Architektur, Interior Design, Marke und wirtschaftliche Strategie. Warum funktioniert Hospitality heute nur noch als ganzheitliches System – und nicht mehr als reines Architekturprojekt? 

Daniel Schneider: Für uns bei Monoplan war es von Beginn an so, dass wir Hospitality Projekte ganzheitlich gedacht haben. Nie „nur“ die Architektur. Ich denke, das hat uns auch so weit gebracht. Auf uns kann man sich verlassen, wenn man dem Gast eine Top Experience ermöglichen möchte.

Löwen Hotel Montafon

Immobilienentwicklung im Wandel - Conversion-Bauprojekte

Viele Städte stehen vor der Herausforderung, bestehende Immobilien neu zu denken – von Büros über Handel bis hin zu Hotels. Welche Rolle spielen Umnutzung und hybride Nutzungskonzepte für die Zukunft der Immobilienentwicklung? 

Daniel Schneider: Stichwort Branded Residencies, Service Residencies. Das heißt, die Vermischung zwischen Hospitality als Marktsegment Residential. Aber auch Retail und Commercial. Zum Beispiel Coworking, Co-Living, Retail Space, Experience Spaces. Ich glaube, da gibt es in Zukunft ganz spannende Fusionen und Möglichkeiten und auch Chancen. Ich sehe das immer auch unternehmerisch. Retail Brands oder Commercial Brands, es gibt auch Chancen für den Wohnungs und Officemarkt, der nicht überall gleich gut läuft. Aber es bietet auch dem Hospitality Sektor große Chancen, da Expertise und Know-how zu transferieren und zu fusionieren.

Architektur zwischen Emotion und Wirtschaftlichkeit

Du verbindest in deiner Arbeit gestalterische Qualität mit wirtschaftlicher Logik. Wie gelingt es, Architektur emotional erlebbar zu machen und gleichzeitig ein tragfähiges Geschäftsmodell dahinter zu entwickeln?

Daniel Schneider: Bei aller nötigen Wirtschaftlichkeit von Projekten sind wir immer auch mit Herzblut dabei. Wir können uns – zum Glück – inzwischen Projekte aussuchen. Das bedeutet, dass wir selbst überzeugt von dem Objekt sind und dass merkt man auch noch nach Fertigstellung. Und wir haben einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit. Uns ist wichtig: Welches Konzept besteht auch noch in 10, 20, 50 Jahren?

Danke Daniel, für die spannenden Einblicke!

Ob visionäre Großprojekte, radikal neue Hotelkonzepte oder die Neuinterpretation von Klinikarchitektur – die Arbeit von Daniel und Monoplan zeigt deutlich, wie stark sich die Grenzen zwischen Hospitality, Immobilienentwicklung und gesellschaftlichen Bedürfnissen verschieben. Für ihn ist Architektur längst mehr als gebaute Form: Sie ist Strategie, Marke und Erlebnisraum zugleich. Wer heute Hotels, Kliniken oder urbane Projekte entwickelt, muss Räume schaffen, die wirtschaftlich funktionieren und zugleich auf die Bedürfnisse der Menschen von morgen reagieren. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Monoplan – mit Konzepten, die zeigen, wie sich Hospitality, Stadtentwicklung und Lebensqualität in Zukunft verbinden lassen.

Mehr zu Daniel Schneider

Der 1974 in Frankfurt geborene Dipl.-Ing. Architekt (SIA, REG A) zählt zu den profilierten Experten für Hospitality- und Immobilienprojektentwicklung in der Schweiz und Europa. Seine Projekte verbinden Architektur, Interior Design und Branding konsequent mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit – ein Ansatz, der insbesondere bei komplexen Hotelentwicklungen und Umnutzungen zunehmend gefragt ist. In einem internationalen Team realisiert die Monoplan AG heute Projekte, die weit über klassische Hotelarchitektur hinausgehen – von neuen Hospitality-Formaten über urbane Mixed-Use-Entwicklungen bis hin zu Konzepten für zukunftsfähige Klinikarchitektur. Architektur versteht Daniel Schneider dabei stets im Kontext: Globale Marken müssen lokal gedacht, wirtschaftlich tragfähig und baulich präzise umgesetzt werden. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit ist er zudem Dozent im Studiengang Hotel Development & Real Estate an der Hochschule Heilbronn, wo er seine Erfahrungen aus internationalen Projekten an die nächste Generation von Hospitality- und Immobilienexperten weitergibt.

In unserer Galerie sehen Sie eine Auswahl der Projekte, die die Monoplan AG bisher umgesetzt hat.