KENGO KUMA: Wo liegt die Zukunft des Wohnens?

Mindstyle
Claudia Herwig
Weyday: Gebäude von Kengo Kuma in Dubai. Hier der Fitnessraum
Wedyan – Projekt von Kengo Kuma in Dubai © Al Ghurair Collection
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Wohnen bedeutet heute mehr als Quadratmeter, Lage oder Prestige. Immer stärker rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Räume unser Leben, unsere Gesundheit und unser emotionales Gleichgewicht beeinflussen.

Worum geht es in diesem Artikel?

Unser Artikel zeigt, wie sich die Vorstellungen von Luxus und Wohnen verändern – und welche Rolle Architektur dabei spielt. Am Beispiel des Projekts Wedyan (Dubai) des japanischen Architekten Kengo Kuma wird deutlich, warum Gestaltung, Materialien und Naturbezug künftig entscheidend für Lebensqualität sein könnten.

Architektur als Schlüssel zu mehr Lebensqualität

Weltweit verändert sich derzeit die Art, wie Menschen über Wohnen denken. Lange galt Luxus vor allem als Frage von Größe, exklusiver Lage oder sozialem Status. Heute verschieben sich die Prioritäten. Immer mehr Menschen suchen nach:

  • Ruhe im urbanen Umfeld
  • einem stärkeren Bezug zur Natur
  • Räumen, die emotional wirken
  • Architektur, die das Wohlbefinden unterstützt

Architektur wird damit zu weit mehr als einer ästhetischen Disziplin. Sie entwickelt sich zu einem zentralen Faktor für Lebensqualität, Gesundheit und Balance im Alltag.

Die Philosophie von Kengo Kuma

Kaum ein Architekt steht so sehr für diesen Wandel wie Kengo Kuma. Der japanische Architekt, geboren 1954 in Yokohama, ist für Gebäude bekannt, die Natur, Materialien und Raum sensibel miteinander verbinden. Seine Architektur folgt einer klaren Idee: Gebäude sollen nicht dominieren, sondern Teil ihrer Umgebung werden. Statt monumentaler Baukörper setzt Kuma bewusst auf Leichtigkeit und Atmosphäre. Räume sollen nicht nur funktionieren – sie sollen spürbar sein.

Typisch für Kengo Kumas Arbeit sind:

  • natürliche Materialien wie Holz, Stein oder Bambus
  • leichte, transparente Strukturen
  • eine starke Verbindung zwischen Innen- und Außenraum
  • Architektur im menschlichen Maßstab
Die Zukunft des Wohnens liegt nicht nur im Ort, sondern im Gefühl, das Architektur erzeugt.
Weyday: Gebäude von Kengo Kuma in Dubai. Hier: Sicht von außen auf Pool und Fassade des Gebäudes mit geschwungen Ebenen
Wedyan von Kengo Kuma © Al Ghurair Collection

Ein Wohnkonzept in Dubai

Mit Wedyan (hier haben wir darüber berichtet) überträgt Kengo Kuma seine Philosophie erstmals auf ein Projekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Wohnkonzept entsteht gemeinsam mit Al Ghurair Development in Dubai und positioniert sich im Super-Premium-Segment. Die Architektur von Wedyan orientiert sich stark an der natürlichen Umgebung. Die Fassade interpretiert beispielsweise:

  • die Bewegungen von Wasser
  • die Formationen von Sand
  • die Topografie von Wüste und Tälern

So entsteht eine vielschichtige architektonische Struktur, die eher beruhigt als beeindruckt – ein bewusster Gegenentwurf zur hektischen urbanen Realität vieler Metropolen.

Weyday: Gebäude von Kengo Kuma in Dubai. Hier eines der Schlafzimmer in hellen Farben
Wedyan © Al Ghurair Collection

Zwischen Rückzug und Service

Parallel zu diesem architektonischen Wandel wächst weltweit ein neues Wohnsegment: Private Residences. Das Konzept verbindet zwei Welten: die Privatsphäre eines eigenen Zuhauses UND den Komfort und Service eines Hotels. Gerade international mobile Käufer interessieren sich zunehmend für solche hybriden Wohnformen. Wadyan reagiert auf diese Bedürfnisse. Besondere Elemente des Wohnkonzepts sind:

  • Outdoor-Wohnbereiche, die den Lebensraum nach außen erweitern
  • Separate Back-of-House-Küchen, die diskreten Service ermöglichen
  • Spezielle Verglasungen, die Kunstwerke schützen
  • Freistehende Pavillons (inspiriert von japanischen Teehäusern), die als ruhige Rückzugsorte dienen. Sie sind kleine architektonische Inseln der Ruhe.

Luxus definiert sich neu

Ein weiterer Trend zeigt sich in den gemeinschaftlichen Bereichen der Anlage. Mehr als 6.000 Quadratmeter stehen für gemeinschaftliche Nutzung zur Verfügung. Dazu gehören:

  • Wellnessbereiche
  • private Behandlungsräume
  • ein Reformer-Pilates-Studio
  • Ruhe- und Arbeitszonen

All diese Elemente spiegeln einen zentralen Wandel wider: Luxus wird zunehmend über Lebensqualität definiert.

Weyday: Gebäude von Kengo Kuma in Dubai. Hier der Pool
Wedyan in Dubai © Al Ghurair Collection

FAQ: Übersicht zu Kengo Kuma

Wer ist Kengo Kuma?

Kengo Kuma ist ein international renommierter japanischer Architekt, geboren 1954 in Yokohama. Er gründete das Büro Kengo Kuma & Associates und hat weltweit zahlreiche Projekte realisiert.

Wofür ist Kengo Kuma besonders bekannt?

Er ist bekannt für eine Architektur, die stark mit ihrer Umgebung verbunden ist. Typisch sind natürliche Materialien wie Holz, Stein oder Bambus sowie leichte, transparente Strukturen, die Gebäude mit Landschaft und Stadt verbinden.

Welche bekannten Gebäude hat Kengo Kuma entworfen?

Zu seinen bekanntesten Projekten gehören das Japan National Stadium in Tokio, Museen und Kulturzentren weltweit, Hotels, Wohnhäuser und öffentliche Gebäude. Sein Portfolio umfasst mehrere hundert Projekte in vielen Ländern.

Welche Architekturphilosophie verfolgt Kengo Kuma?

Kuma verfolgt eine Philosophie, die er teilweise als „Anti-Objekt-Architektur“ beschreibt. Gebäude sollen nicht als dominantes Objekt auftreten, sondern sich in ihre Umgebung einfügen und eine Beziehung zwischen Mensch, Natur und Raum schaffen.