
Mit Baluar zeigt EFFE gemeinsam mit Patricia Urquiola ein Wellness-Modul, das wir sehr spannend finden – nicht zuletzt, weil es eine interessante Schnittstelle zwischen Architektur, Produktdesign und Spa-Konzept markiert.
Ausgangspunkt ist ein architektonisches Bild: der „Bulwark“, also ein Schutzbau mittelalterlicher Festungen. Urquiola übersetzt dieses Motiv in einen kompakten, fast monolithischen Körper, der Rückzug organisiert, ohne sich komplett abzuschotten. Das Objekt wirkt geschlossen und präsent, öffnet sich aber im Inneren zu einem bewusst inszenierten Raum der Ruhe. Gerade diese Ambivalenz – Schutz und Ausblick, Dichte und Offenheit – macht den Entwurf spannend.
Formal bleibt Baluar reduziert. Die vertikale Struktur der wärmebehandelten Lindenholzverkleidung – in hellen und dunklen Varianten – gibt dem Volumen Rhythmus und Tiefe. Das erinnert entfernt an klassische Holzsaunen, wirkt hier aber deutlich architektonischer gedacht. Unterstützt wird das durch eine zurückhaltende, gezielt gesetzte Beleuchtung, die weniger inszeniert als vielmehr Atmosphäre schafft.
Interessant ist vor allem der modulare Ansatz: Sauna und Hammam sind in einem System gebündelt und lassen sich je nach Raumkontext unterschiedlich konfigurieren. Baluar kann als eigenständiges Objekt funktionieren – fast wie ein „Raum im Raum“ – oder Teil größerer Spa-Landschaften werden.
Genau hier liegt aus unserer Sicht die Relevanz für Hotels. Viele Hospitality-Projekte stehen heute vor der Frage, wie sich Wellnessbereiche klar zonieren lassen, ohne in klassische Spa-Schemata zu verfallen. Baluar bietet dafür einen Baustein, der sowohl funktional als auch räumlich funktioniert: kompakt genug für urbane Hotels mit begrenzter Fläche, zugleich stark genug in der Form, um auch in großzügigen Spa-Bereichen als architektonischer Anker zu dienen.