Architektur mit Haltung: Hotels von Architektinnen in Europa

Reise
Hotel Schwarzwand in Lech am Arlberg, Sitzecke im Restaurant
© Julius Hirtzberger
17.4.2026
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Es gibt Hotels, die sich über Form definieren. Und es gibt Hotels, die über Haltung funktionieren. In den vergangene Jahren fällt uns bei unseren Recherchen immer wieder auf, dass einige der spannendsten Hospitality-Projekte von Architektinnen und Innenarchitektinnen geprägt sind. Nicht als Trend, sondern als konsequente gestalterische Perspektive.

Was diese Häuser verbindet, ist schwer in ein Raster zu pressen. Vielleicht ist es ein anderes Verständnis von Maßstäblichkeit. Vielleicht eine stärkere Sensibilität für Atmosphäre, Übergänge und Materialwirkung. Oder schlicht der Fokus auf das, was zwischen den Dingen passiert.

Wir haben fünf Hotels ausgewählt, gestaltet von Architektinnen und Innenarchitektinnen, die genau diese Haltung zeigen — und die wir alle bereits vor Ort besucht und persönlich kennenlernen durften.

the Comodo - Architektur zwischen Farbe und Atmosphäre

📍 Bad Gastein, Österreich
Architektur & Design: Barbara Elwardt

Das The Comodo ist ein Haus, das sich bewusst zwischen den Zeiten bewegt. Die ehemalige Struktur einer Klinik wurde transformiert, ohne ihre Geschichte zu negieren. Was uns besonders interessiert hat, ist der Umgang mit Farbe und Raumtiefe. Nichts wirkt überflüssig dekorativ, vieles eher kuratiert als gestaltet. Die Hoteldesign und -architektur arbeitet mit Schichten: Materialien, Kunst, Licht. Räume entstehen hier weniger durch Wände als durch Stimmungen.

>> zum Hotelbericht: The Comodo – Designhotel Bad Gastein

hotel the Comodo, Restaurant in Rot und Orange
© Pion Studio

Villa Verde – wo sich Holz und Historie berühren

📍 Südtirol, Italien
Architektur: Christina Biasi von Berg

Die Villa Verde ist ein Dialog zwischen Bestand und Neubau. Der historische Baukörper bleibt spürbar, wird aber durch einen modernen Holzbau ergänzt, der sich nicht unterordnet, sondern ergänzt. Besonders stark ist der Moment, in dem sich Innen- und Außenraum über den Naturbadeteich verbinden. Was uns beeindruckt hat: die Selbstverständlichkeit, mit der hier zwei Zeitschichten miteinander arbeiten.

>> zum Hotelbericht: Villa Verde Südtirol

Hotel Villa Verde in Algung: gemütliche Lounge mit Ledersofa, Kamin, Couchtisch und Ledersesselnr
© VillaVerde

Hotel Schwarzwand – Architektur als Generationenprojekt

📍 Lech am Arlberg / Vorarlberg, Österreich
Gestaltung: Birgit Elsensohn & Marlène Barth-Elsensohn

Das Hotel Schwarzwand ist kein neu erfundenes Konzept, sondern eine Weiterentwicklung über Jahrzehnte hinweg. Hier wird sichtbar, wie Architektur entstehen kann, wenn sie nicht abrupt neu gedacht wird, sondern organisch wächst. Die Räume wirken ruhig, fast selbstverständlich. Besonders auffällig ist die Art, wie Materialien eingesetzt werden: nie dominant, immer atmosphärisch tragend.

>> zum Hotelbericht: Hotel Schwarzwand Lech am Arlberg

Hotel Schwarzwand in Lech, Sitzecke in hellem und dunklem Holz
© Julius Hirtzberger

Widder Hotel – Das Puzzle der Zeiten

📍 Zürich, Schweiz
Architektur: Tilla Theus

Das Widder Hotel ist ein architektonisches Gefüge aus neun historischen Häusern. Die eigentliche Leistung liegt nicht in der Addition, sondern in der Verbindung. Unterschiedliche Raumhöhen, Strukturen und Epochen werden so miteinander verknüpft, dass ein neuer, überraschend ruhiger Stadtraum entsteht. Was uns besonders fasziniert hat: die Präzision im Bestand. Kein Element wirkt zufällig.

>> zum Hotelbericht: Widder Hotel Zürich

Hotel Widder in Zürich, das Restaurant mit dunklen Sitzbänen und kunstvoller großer Statue in der Mitte des Raums
© Widder

Hôtel de Tourrel - Feingefühl im Altbau

📍 Saint-Rémy-de-Provence, Frankreich
Gestaltung: Margot Stängle

Das Hôtel de Tourrel zeigt, wie sensibel ein historischer Bau transformiert werden kann, ohne seine Identität zu verlieren. Die Architektur arbeitet hier stark mit Reduktion. Materialien werden bewusst zurückgenommen, um Raum und Licht wirken zu lassen. Was bleibt, ist eine stille Eleganz, die nicht erklärt werden muss.

>> zum Hotelbericht: Hôtel de Tourrel Provence

Hotel de Tourrel, Pool umrundet von Wand aus hellen Steinen
@ Hotel de Tourrel

Fünf Hotels mit weiblicher Handschrift, ein gemeinsamer Gedanke

Was diese fünf Häuser verbindet, ist kein stilistisches Motiv. Es ist eine Haltung gegenüber Raum. Eine Hotelarchitektur, die weniger behauptet und mehr zuhört. Eine Gestaltung, die Übergänge ernst nimmt. Und ein feinsinniges Verständnis von Hospitality, das nicht auf Inszenierung, sondern auf Wirkung setzt.