Hotel Pfösl | Südtirol: Architektonisches Plädoyer für Naturverbundenheit

Hoch oben auf dem sonnenverwöhnten Hochplateau von Deutschnofen, auf knapp 1.375 Metern, blickt das Green Luxury Hotel Pfösl direkt auf die monumentale Kulisse von Rosengarten und Latemar. Hier ist über die Jahre ein feinsinniges Ensemble gewachsen, das den mutigen Dialog zwischen historischen Südtiroler Wurzeln und einer klaren, zeitgenössischen Ästhetik sucht. Ein Ort für Design- und Naturliebhaber gleichermaßen, an dem die Architektur sich respektvoll vor der Landschaft verneigt.
Wenn Architektur mit den Dolomiten verschmilzt
Wer sich dem Hotel Pfösl nähert, spürt, dass hier die Gesetze des klassischen, alpinen Kitsches außer Kraft gesetzt wurden. Bei unserem Besuch offenbart sich uns ein Refugium, das durch konsequente und ernst gemeinte Nachhaltigkeit sowie aufregende Fassadenstrukturen besticht und im Inneren eine sehr persönliche und vielschichtige Geschichte erzählt.
Das Architekturbüro bergmeisterwolf hat die Typologie des traditionellen Südtiroler Gehöfts behutsam dekonstruiert. Das historische Herzstück ist ein über 300 Jahre alter Stadel. Dessen Denkmalschutz wurde von den Planern nicht als Fessel, sondern als gestalterischer Code für die Zukunft des traditionsreichen Familienbetriebs begriffen.
Neuere Baukörper ducken sich flach und respektvoll in das sanft gewellte Gelände, um die Sichtachsen auf die legendären Gipfel der Dolomiten freizuhalten. Besonders faszinierend ist die preisgekrönte Holzfassade des Pfösls. Sie wurde aus gebürsteter Lärche gestaltet, ist von traditionellen Heustadeln inspiriert und verbindet die verschiedenen Baukörper auf harmonische Weise miteinander. Dadurch verschmilzt das Gebäude optisch mit der Südtiroler Natur.
Eco Lofts und Infinitypool: Schwerelosigkeit auf 1.375 Metern
Zwei leicht geknickte Suitenriegel, die sich an das Stammhaus anschließen, fungieren als elegantes Bindeglied zur Natur. Ihre Oberflächen aus Beton, rauem Putz und naturbelassenem Holz zitieren die Haptik des alten Stadels und übersetzen sie in eine kompromisslos zeitlose Linienführung.
Das visuelle Meisterstück des Außenbereichs ist der spektakuläre Panorama-Infinitypool. Wenn man im angenehm warmen Wasser Richtung Horizont gleitet, verschmilzt die Kante des Beckens beinahe mit den schroffen Felswänden des Latemars. Diese Inszenierung von Weite setzt sich in den im Frühjahr 2024 fertiggestellten Eco Lofts fort. Die freistehenden, zweistöckigen Solitäre wirken wie skulpturale Holz-Cubes, die sanft auf der Wiese gelandet sind – inklusive privater Infrarotsauna für maximalen Rückzug.
Die persönliche Handschrift: Zwischen Designanspruch und Gemütlichkeit
Betritt man das Foyer des Green Luxury Hotels Pfösl, verändert sich die Atmosphäre. Die monolithische Strenge der Außenarchitektur weicht einem spürbar wärmeren, informelleren Vibe. Schnell wird klar: Dieses Haus wird nicht von einer anonymen Kette verwaltet, sondern von einer Familie gelebt. Überall im Interior begegnet man der Persönlichkeit und liebevollen Handschrift der Gastgeber:innen. Das macht das Pfösl so nahbar für Reisende, die keine „Design-Museen“, sondern ein Zuhause auf Zeit suchen.
Radikal plastikfrei: Das zirkuläre Ökosystem des Hotel Pfösl
Was das Naturhotel Pfösl über die reine Optik hinaus so außergewöhnlich macht, ist sein ehrliches, tief verwurzeltes Nachhaltigkeitskonzept. Hier wird Umweltschutz nicht als PR-Floskel plakatiert, sondern gelebt. Seit 30 Jahren bezieht das Hotel seine gesamte Wärme aus dem Biomasseheizwerk eines benachbarten Holzverarbeitungsbetriebs. Der Strom fließt zu 100 Prozent aus Südtiroler Wasserkraft.
Besonders konsequent zeigt sich die Haltung des Hauses im Alltag durch das Zero-Waste-Prinzip: Das gesamte Hotel inkl. Küche agiert plastikfrei. In den Badezimmern, feste Kosmetik- und Shampoowürfel der Südtiroler Naturkosmetikmanufaktur Team Dr. Joseph. Diese plastikfreien Naturprodukte duften herrlich und dürfen nach dem Aufenthalt in einem Leinensäckchen mit nach Hause genommen werden – ein wunderbare Idee und schöne Erinnerung.
Exklusive Einblicke: Das Spa der Zukunft entsteht bereits
Beim gemütlichen Kaffeeklatsch vor Ort mit den Eigentümer:innen Brigitte und Eva Zelger sowie Daniel Mahlknecht durften wir einen exklusiven Blick in die Zukunft des Hauses werfen. Wer glaubt, die Gastgeber:innen würden sich nach den vielen Umbauten ausruhen, täuscht sich. Hinter den Kulissen wird intensiv an der nächsten architektonischen Evolutionsstufe gearbeitet.
Der Wellnessbereich steht kurz vor einer signifikanten Erweiterung, bei der der Stadel eine Rolle spielen wird. Die Eigentümer:innen haben uns verraten, dass an einer Vergrößerung der Spa-Architektur gefeilt wird. Ziel ist es, das Konzept des ganzheitlichen Regenerierens räumlich noch tiefer zu verankern. Geplant ist ein Bau, der das Spa sowie zusätzliche, lichtdurchflutete Ruhezonen und Behandlungsräume beherbergt. Diese werden die Grenze zwischen dem Innenraum und der unberührten alpinen Natur vollends auflösen.
Es bleibt demnach spannend am Regglberg – das Pfösl bleibt architektonisch und konzeptionell im permanenten, progressiven Fluss.
(Stand Juni 2026)
In Sachen Transparenz: Wir danken dem Hotel für die Unterstützung unserer Recherche.
Wer die Handschrift des Büros bergmeisterwolf in einem ganz anderen, urban-historischen Kontext erleben möchte, findet in unserem exklusiven Review zum Hotel Badhaus eine kongeniale Ergänzung zu den alpinen Visionen des Pfösl.
- hochwertigen Materialien, wie einheimische Zirbe und Fichte
- Eichenböden (Alpsfloor GmbH)
- Flos-Nachttischleuchten und eigenangefertigte mundgeblasene Lampengläser (Murano, Mitlicht GmbH)
- Badmöbel und Armaturen von Agape Bathrooms
- Boxspringbetten von Simmons
- Einbaumöbel von Erlacher und Tischlerei Tammerle, kombiniert mit antiken Möbelstücken aus Bauernhäusern der Umgebung

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