Hotel Badhaus Brixen | Markante Architektur zwischen Kontrast und Kontext

Wer durch die Adlerbrückengasse in Brixen flaniert, erwartet vieles, aber nicht unbedingt eine so konsequente und doch radikale Antwort auf den historischen Kontext. Zwischen Tonziegelfassade, Rillenglas und oxidiertem Kupfer ist ein urbanes Refugium entstanden, das die Geschichte Brixens nicht nur zitiert, sondern mutig weiterbaut.
Hotel Badhaus Brixen: Eine Hommage an ein historisches Badehaus
Das Boutique-Hotel Badhaus ist eine Hommage an das Element Wasser - auffällig aber kein Fremdkörper in der pittoresken Südtiroler Bischofsstadt, vielmehr ist es eine architektonische Neuerzählung. Entworfen vom renommierten Architekturbüro bergmeisterwolf, besetzt das Badhaus eine geschichtsträchtige Lücke: An dieser Stelle befand sich bereits 1374 das „padehaus an dem Griezze“, ein öffentliches Badehaus, das als Ort der Reinigung und Begegnung diente.
Architektur im Stadtkontext: Offenheit statt Abgrenzung
Das Architekturkonzept des Hotels Badhaus Brixen basiert auf Durchlässigkeit. Neue Wegeachsen verbinden den Innenhof mit den umliegenden Gassen und schaffen fließende Übergänge zwischen Hotel und Stadt.
Der Zugang durch die schmale Passage wirkt wie ein bewusst gesetzter Übergang, durch den man gleichzeitig Teil des städtischen Lebens bleibt.
Schnell stellt sich so für uns das Gefühl ein, sich weniger in einem Hotel als in einer offenen Struktur zu bewegen, die sich Schritt für Schritt erschließt.
Zwei markante Turmkörper nehmen die Hotelzimmer auf und lassen dem Innenhof bewusst Raum - ein spannungsvolles Gleichgewicht zwischen Kontrast und Einfügung, das man vielleicht nicht sofort versteht, sondern eher erlebt.
Materialität und Gestaltung: Wo Architektur Wasser zitiert
Wasser, das Thema des ehemaligen Badehauses zieht sich konsequent durch das gesamte Hotel. Materialien wie Kupfer, Stein, Holz und handgefertigte Ziegel greifen historische Bezüge auf und übersetzen sie in eine zeitgenössische Architektur.
In den Zimmern setzt sich dieser Ansatz fort: Grün gebeizte Holzböden, Quarzit in den Bädern und fein abgestimmte Oberflächen schaffen eine ruhige, beinah zurückhaltende Atmosphäre. Der immer wiederkehrende Grünton erinnert subtil an Wasser – ohne ins Inszenierte zu kippen.
Besonders prägend sind die Fenster aus Rillenglas. Sie lassen viel Licht in die Räume, nehmen aber bewusst den direkten Ausblick. Das ist ungewohnt und sicher nicht für jeden selbstverständlich – wirkt im Gesamtkonzept aber konsequent und durchdacht.
Viertel Bar und Stadterlebnis: Hotel und Stadt verschmelzen
Das Hotel Badhaus Brixen öffnet sich im Erdgeschoss vollständig zur Stadt. Die Hotelbar, die „Viertel Bar“, wird zum zentralen Treffpunkt – für Hotelgäste ebenso wie für Einheimische. Die großen Fensterflächen verbinden Innen- und Außenraum und man ahnt es, besonders im Sommer entsteht hier eine lebendige Situation zwischen Straße und Bar.
Das Badhaus, ein Architekturhotel, das man erleben muss
Selbst die Ankunft im Hotel wurde als architektonisches Erlebnis inszeniert. Die von Harry Thaler gestaltete Viertel Garage bricht mit allen Konventionen einer herkömmlichen Tiefgarage. Noppenartige Betonwände und eine gespiegelte Decke machen das Parken zu einem Prolog des Hotelaufenthalts. Nein, das Badhaus ist kein Ort für schnellen Konsum, sondern ein Refugium für das Auge.
Überzeugt hat uns die Konsequenz im Entwurf. Nichts ist beliebig, alles folgt einer klaren Idee – von der städtebaulichen Setzung bis ins Detail.
Gleichzeitig ist es ein Haus, das sich nicht sofort erschließt, sondern ein Ort, den man entdecken muss. Genau darin liegt seine Qualität. Das Hotel Badhaus Brixen ist damit vor allem eines: ein Architekturhotel in Südtirol, das sich bewusst vom Gewohnten absetzt und gerade dadurch im Gedächtnis bleibt.
Badhaus:
Komplette Umsetzung der Innenausstattung von Frener Design (Möbel,Stühle, Tische, Verkleidung der Leuchten, Vorhänge, Böden) und der Tischlerei Klausen
Holzwände, Möbel: Esche bemalt.
Kupferarmaturen und - duschkopf von CEA Design (mit speziellem Verfahren behandelt um Funktion in Nassbereichen langfristig zu garantieren).
Viertel Bar:
Boden: Terrazzo Veneziano von Foschini Pavimenti, ergänzt mit blauen Muranoglasstücken.
Einrichtung: Stühle von Carl Hansen
Möbel und Tische aus Holz von Frener Design (Innenausstatter), Theke (Firma Niederbacher)
in Zusammenarbeit mit Foschini Pavimenti, Kugellampen aus Muranoglas.














































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