Industriehochhaus bis Alpenhotel: Das zeichnet die 3 Gewinnerhotels aus

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ARCOTEL Tabakfabrik Linz: Der Turm in dem sich das Hotel befindet mit Blick auf Linz
© ARCOTEL Tabakfabrik
14.10.2026
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Warum gibt es in diesem Jahr gleich drei Gewinner der „Hotelimmobilie des Jahres 2026“? Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie unterschiedlich Hotels heute gedacht und gestaltet werden können. Was die Jury überzeugt hat und welche Besonderheiten hinter den drei Konzepten stecken.

Ein ehemaliges Industrieareal, ein Hotel in den italienischen Alpen und eine urbane Ruheoase in Wien: Erstmals in der Geschichte des Preises wurden anlässlich des 25-jährigen Jubiläums gleich drei Hotels ausgezeichnet. Alle stehen für unterschiedliche Ansätze, Architektur, Gestaltung und verschiedene Gästeerlebnisse.

Was macht die drei Häuser besonders?

ARCOTEL Tabakfabrik: Industriegeschichte trifft auf Hochhausarchitektur

Mehr als 100 Meter hoch ragt der Hotelturm des ARCOTEL Tabakfabrik in Linz in den Himmel. Sein Standort ist dabei alles andere als gewöhnlich: Das Hotel ist Teil des neuen Quadrill Quartiers auf dem denkmalgeschützten Areal der Linzer Tabakfabrik. Hier trifft das industrielle Erbe des Ortes auf zeitgemäße Hochhausarchitektur.

Mit 189 Zimmern und Suiten sowie rund 1.000 Quadratmetern Konferenzfläche richtet sich das Haus an unterschiedliche Gästegruppen. Ein besonderer Anziehungspunkt befindet sich im 27. Obergeschoss: Auf 99 Metern Höhe vereint das Q27 Restaurant, Bar, Lounge und Terrasse. Von hier aus eröffnet sich ein 360-Grad-Blick über Linz, die Donau und das Umland.

Auch im Interior bleibt die Geschichte des Standorts präsent. Sichtbeton, Metall und industrielle Elemente treffen auf warme Materialien und eine präzise Lichtinszenierung. Das Interior wurde gemeinsam mit den Hochbauarchitekten Zechner & Zechner aus Wien entwickelt. So verbindet das Hotel die Vergangenheit des Areals mit einer neuen Nutzung – und öffnet sich zugleich bewusst zum umliegenden Quartier.

Hier haben wir mit ARCOTEL Hotel-Vorstand Martin H. Lachout darüber gesprochen, wie aus rohem Beton, Naturstein und einem entschlossenen Design DAS Haus wurde, das dem Quartier und der Stadt Linz tatsächlich etwas Neues gibt.

ARCOTEL Tabakfabrik
Standort: Österreich, Linz
Eigentümer: TF BOSTON GmbH
Betreiber: ARCOTEL Hotels
Projektentwickler: Bodner Bau
Architekt: Zechner & Zechner ZTGmbH, Wien
Innenarchitekt: Arch. Monika Breu (Projektverantwortliche bei Zechner & Zechner)
Betriebstyp / Kategorie: Konferenzhotel / 4-Sterne
Bauzeit: 59 Monate
Zimmeranzahl: 189

Casa Cook Madonna: Ein bestehendes Hotel wird neu gedacht

Statt abzureißen und neu zu bauen, setzt das Casa Cook Madonna di Campiglio auf die Weiterentwicklung eines bestehenden Gebäudes. Das Hotel ging aus dem familiengeführten Hotel Milano hervor, dessen Bau aus den 1960er-Jahren umfassend revitalisiert und neu geordnet wurde. Durch den Ausbau des Dachgeschosses kamen zehn Zimmer hinzu, sodass das Haus heute insgesamt 50 Zimmer umfasst.

Mit dem Projekt feiert die internationale Hotelmarke Casa Cook zugleich ihren ersten Auftritt in einem traditionellen Wintersportort. Die Herausforderung: Die für die Marke typische reduzierte Gestaltung in einen alpinen Kontext zu übersetzen.

Dafür treffen dunkles Holz, mineralische Oberflächen und warme Erdtöne auf restaurierte Möbel aus dem Bestand. Das Ergebnis verbindet die gestalterische Handschrift von Casa Cook mit Elementen der bestehenden Hotelarchitektur, statt die Vergangenheit des Gebäudes vollständig hinter sich zu lassen.

Auch die Lage spielt für das Konzept eine wichtige Rolle. Das Hotel befindet sich direkt am zentralen Dorfplatz von Madonna di Campiglio. Es soll insbesondere internationale Gäste ansprechen und Impulse für eine Entwicklung des Ortes über die klassische Wintersaison hinaus geben.

Casa Cook Madonna von außen
© Casa Cook Madonna

Casa Cook Madonna
Standort: Italien, Madonna di Campiglio
Eigentümer: JPI Hotel Milano S.r.l.
Betreiber: Treasurests MdC S.r.l.
Projektentwickler: JPI Hospitality Advisory GmbH
Architekt: Architettura & Design, Studio Monazza Rolando
Innenarchitekten: vision alphabet GmbH, Berlin
Betriebstyp / Kategorie: Resorthotel / 4-Sterne
Bauzeit: 22 Monate
Zimmeranzahl: 50

Hotel Schani City: Digitale Services und kulturelle Identität

Mitten in der Wiener Leopoldstadt, in einer ruhigen Seitenstraße nahe dem Karmelitermarkt, verfolgt das Hotel Schani City einen anderen Ansatz. Es versteht sich als urbane Ruheoase, die zeitgemäße Architektur und natürliche Materialien mit digitalen Technologien sowie einem ausgeprägten Kunst- und Designkonzept verbindet.

Dabei soll die Digitalisierung den persönlichen Kontakt nicht ersetzen, sondern Raum für individuelle Betreuung schaffen. Die digitale Guest Journey ist somit Teil eines Konzepts, das technische Möglichkeiten und persönlichen Service zusammenbringen möchte.

Eine weitere Besonderheit ist der Umgang mit der Geschichte des Standorts. Das Hotel greift die kulturelle und jüdische Geschichte der sogenannten „Mazzesinsel“ auf. Diese findet sich nicht nur im Storytelling des Hauses wieder, sondern auch in der technischen Ausstattung sogenannter „koscher-freundlicher“ Zimmer.

Damit geht das Konzept über ein klassisches Stadthotel hinaus: Es verbindet Rückzug und Begegnung mit einem Angebot für design- und kulturaffine Stadt- sowie Geschäftsreisende – über unterschiedliche Kulturen und Religionen hinweg.

Hotel Schani City Außenansicht
© Hotel Schani

Hotel Schani City
Standort: Österreich, Wien
Eigentümer: KODESCH GmbH
Betreiber: Hotel Schani City GmbH
Projektentwickler: HOPPE+PARTNER ZT-GmbH
Architekt: HOPPE+PARTNER ZT-GmbH
Innenarchitekt: AllesWirdGut Architektur ZT GmbH
Betriebstyp / Kategorie: Stadthotel / 4-Sterne
Bauzeit: 16 Monate
Zimmeranzahl: 126

Was die drei Gewinner verbindet

Ein Hochhaus auf einem denkmalgeschützten Industrieareal, die Revitalisierung eines Berghotels und ein digital geprägtes Stadthotel: Die drei ausgezeichneten Projekte verfolgen unterschiedliche Wege. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Architektur und Gestaltung nicht isoliert betrachten, sondern mit dem jeweiligen Standort, der Nutzung und den Bedürfnissen ihrer Gäste verbinden.

Das spiegelte sich auch in der Auswahl der Jury wider. Aus 24 Bewerbungen aus elf europäischen Ländern wurden zunächst zehn Hotels aus fünf Ländern nominiert. Die zwölfköpfige, interdisziplinär besetzte Jury bewertete unter anderem das Gesamtkonzept aus Architektur und Gestaltung, die Einbindung in das Projektumfeld, Nachhaltigkeit, technische Innovationen, Originalität und Wirtschaftlichkeit.

Die zehn nominierten Hotels in alphabetischer Reihenfolge:‍

ARCOTEL Tabakfabrik (Linz, Österreich)
Brach Madrid (Madrid, Spanien)
Casa Cook Madonna (Madonna di Campiglio, Italien)
Hotel De Zeewaartschool (Vlissingen, Niederlande)
Hotel Schani City (Wien, Österreich)
Kimpton Main Frankfurt (Frankfurt am Main, Deutschland)
Silt & Sand Langeoog (Langeoog, Deutschland)
SLS Barcelona (Barcelona, Spanien)
The Florentin by Althoff Collection (Frankfurt am Main, Deutschland)
Wilde, Vienna Fleischmarkt (Wien, Österreich)