Eine Interview-Reihe mit interessanten Architekt:innen über Dos und Don'ts bei der Hotelarchitektur: Was macht ein gutes Hotel aus? Was sind die schlimmsten No-Gos? Und welches ist ihr Lieblingshotel? Hier: Titus Bernhard Architekten, Augsburg
Regine Geibel: Thema Atmosphäre: Welches sind für euch die wichtigsten Aspekte, damit ihr euch gleich beim Betreten in einem Hotel wohl fühlt?
gute Orientierung zur Rezeption, eine „Welcome-Atmosphäre“ und freundliches, geschultes Personal
gutes Licht, d.h. Akzentbeleuchtung und gutes Orientierungslicht, in der Regel Warmlicht (2.700 K), niemals Leuchtstoff-Licht und gleichmäßiger Lichtbrei mit „Fröstel Atmosphere“
entspannte leise Hintergrundmusik
man erkennt oft an den Details (Blumenarrangements, Kunst oder kunstgewerblicher Kitsch, Überfrachtung mit Werbung und schlechte Materialwahl), ob man in einem „guten Haus“ ist oder nicht. Das hat nichts mit Geld zu tun.
angenehmer Geruch
Thema Technik: Wovon bist du am meisten genervt, wenn es nicht gut funktioniert?
Die Lichtschalterorgien und Steuerungen auf den Zimmern – wenn man z. B. vom Bett aus nicht alle Lichter ausschalten kann
Lüftergeräusche im Bad: man geht z. B. nachts auf ́s WC und dann wieder ins Bett und es dauert 10 Minuten bis die viel zu laute mechanische Lüftung ausgeht
Downlights: Wenn im Hotelbad das Licht über dem Kopf runterfällt und das Gesicht verschattet (Maskeneffekt), statt dass es warm und diffus von vorne kommt
Wie soll man sich schminken, wenn das Licht nicht stimmt? Wie soll ich mich rasieren, wenn ich mich nicht sehe?
Badezimmer ohne Ablagen für Wäsche, Waschbeutel, Kosmetika etc...
Duscharmaturen, die man nicht selbstverständlich bedienen kann (Kopf- und Handbrause sind zu verwechseln etc...)
Plastikzahnputzbecher, die so leicht sind, dass sie umfallen, wenn man eine Zahnbürste reinstellt
komplizierte Schaltertechnik, die nicht bedienbar ist (s.o.)
Was hat dich schon so richtig begeistert?
Klassische Hotels (Grand Hotels im alten Stil mit überragendem Service)
Hast du ein Lieblingshotel? Oder mehrere? Vielleicht ein City-Hotel und eines auf dem Land? Was schätzt du an denen besonders?
1. Hotel Wilmina Berlin-Charlottenburg: Das Hotel ist ein Beispiel für eine gelungene Umnutzung. Ein ehemaliges Frauengefängnis wurde zu einem gehobenen aber bezahlbaren Boutique-Hotel umgebaut. Konzeptionell und räumlich toll, fein im Detail, z. B. Mülleimer, Licht, Schalter, Textilien, Vorhänge alles mit Liebe geplant oder ausgesucht, Farbfamilie Weiß/Beige/Greige innen, außen harmonieren der rote Ziegel aus dem 19. Jahrhundert mit dem Grün der wunderschön gestalteten Gärten/Höfe, Pool auf dem Dach, tolle Dachlandschaft hervorragendes Frühstücksbuffet
2. Palazzo Salis in Soglio / Bergell CH: Historisches Hotel aus der Renaissance inmitten eines einfachen Bergdorfs, erbaut von den Grafen von Salis, einem Adelsgeschlecht, das zurückgekehrt ist in seine arme Heimat, dem Valle Bregaglia in der Südschweiz, wunderbar romantischer Garten, sehr gute (regionale) Küche, - ein Kleinod. Man schläft in alten Betten, die Bäder sind auf halben Flur, Holzbalkendecken, Rilke hat dort gedichtet und geschrieben alles ist urig, nahezu authentisch, kein Kitsch, kein Überangebot, Kontemplation inmitten phantastischer Berglandschaft, ein bißchen schon Italien-feeling (der Comer See ist nicht weit)
Neubauten von Hotels rechnen sich kaum noch. Deshalb wird Bauen im Bestand auch bei Hotelimmobilien zum Imperativ. Orientierungshilfe bietet ein neuer Leitfaden. Von Positionierung bis Finanzierungsfragen gibt er Tipps für eine passgenaue Planung.
Die amerikanische AKA Hotels+Hotel Residences-Gruppe beauftrage das Architektur-Büro von Piero Lissoni ihr erstes Haus in New York City zu planen. Das AKA NoMad Hotel. Der Name ist von Manhattans neuem Design District NoMad abgeleitet.
In diesem Beitrag stellen wir Ihnen außergewöhnliche Hotels vor, die Wein und Architektur vereinen! Ob Rückzugsorte inmitten der Reben wie die Pergola Residence oder ein Farm-Hotel in historischer Architektur names Babylonstoren...