Deutschland

FORSTGUT: Chaletdorf im Bayerischen Wald

Landhotel
Einfahrt FORSTGUT Chaletdorf im Bayerischen Wald
© FOSTGUT
Das Motto: Die Natur bewusst erleben und sich erden

Wann haben Sie das letzte Mal einen Ort betreten und sofort gedacht: „Hier kann ich abschalten.“ Genau dieses Gefühl hatte ich, als ich im FORSTGUT im Bayerischen Wald ankam. Und das überrascht eigentlich nicht, denn genau dafür wurde dieser Ort geschaffen.

Ein Rückzugsort für alle, die Natur, Privatsphäre und Ruhe suchen. Verwechseln sollte man das FORSTGUT übrigens nicht mit dem bekannten Forsthofgut in Österreich – auch wenn beide den Wald im Namen tragen, könnten die Konzepte unterschiedlicher kaum sein.

Schon auf den ersten Metern wurde mir klar, warum man hier so schnell herunterkommt. Der Blick fällt auf sattgrünen Rasen, liebevoll angelegte Gärten und den weißen Kies im Innenhof, der dem Ensemble eine schlichte Eleganz verleiht. Nichts wirkt überladen oder künstlich inszeniert. Keine Deko um der Deko willen, kein visuelles Chaos. Alles hat seinen Platz. Vielleicht ist es genau diese Klarheit, die dafür sorgt, dass sich auch der eigene Kopf hier schnell sortiert.

Die Begleiter: Stille und Vogelgezwitscher

Dazu kommt eine Stille, die man im Alltag kaum noch kennt. Keine vorbeifahrenden Autos, keine Menschenmengen, kein ständiges Hintergrundrauschen. Stattdessen begleiten Vogelgezwitscher und das Rascheln der Bäume den Tag. Und wer früh genug wach ist, wird vielleicht – mit etwas Glück – sogar vom Ruf des Kuckucks begrüßt. Es sind genau diese kleinen Momente, die lange in Erinnerung bleiben. Das FORSTGUT, nahe Arber und Geißkopf, ist kein Ort, an dem ständig etwas passieren muss. Es ist ein Ort, an dem man einfach sein darf.

Dieses Gefühl setzt sich im Chalet nahtlos fort. Kaum öffnet sich die Tür, macht sich Geborgenheit breit. Holz, warme Farben und natürliche Materialien schaffen eine Atmosphäre, in der man sofort ankommt. Besonders beeindruckt hat mich aber die naturnahe Architektur.

"Die Qualität eines Raumes entsteht durch den Blick nach außen", sagt Gastgeber Frank von Schnurbein.

Und tatsächlich: Die großflächigen Fenster holen den Wald förmlich ins Chalet. Vom Bett aus schweift der Blick durch den Wohnbereich direkt hinaus auf die Terrasse und ins Grüne. Für einen kurzen Moment fühlt es sich an, als würde man mitten in der Natur übernachten.

Genau diese Verbindung von Innen und Außen zieht sich durch das gesamte Konzept. Die Natur ist hier keine Kulisse – sie wird Teil des Wohnens. Nach einem Saunagang noch in den warmen Badezuber auf der eigenen Terrasse zu steigen, ein Glas Wein in der Hand zu halten und den Blick über den gepflegten Garten bis in den Wald schweifen zu lassen, gehört zu den Momenten, die man am liebsten festhalten würde. Viel mehr braucht es manchmal gar nicht.

Und dann ist da natürlich noch der Wald selbst. Er beginnt direkt vor der Haustür und lädt dazu ein, einfach loszulaufen. Ohne Ziel. Ohne Zeitdruck. Mal folgt man einem schmalen Pfad, mal bleibt man einfach stehen und hört den Wind in den Baumwipfeln. Irgendwann merkt man, dass die Gedanken nicht mehr um E-Mails, Termine oder die nächste To-do-Liste kreisen.

Die neuen Suiten in der Lodge

Wer bei der Buchung kein Chalet mehr ergattert, muss übrigens keineswegs enttäuscht sein. Ganz im Gegenteil. Die Suiten in der FORSTGUT.LODGE sind eine echte Alternative. Sie wurden für zwei Personen konzipiert und bieten alles, was es für eine entspannte Auszeit braucht: eine private Sauna, eine freistehende Badewanne und einen Panoramaausblick auf ein scheinbar endloses Meer aus Grün. Die Grundrisse sind ähnlich, jede Suite besitzt jedoch ihren eigenen Charakter.

Kaum zu glauben: Das Gebäude war früher ein Gruppenhaus für bis zu 28 Personen. Nach der Corona-Pandemie wurde das Konzept umgestellt. Das Haus wurde bis auf den Rohbau zurückgebaut und in mehrere hochwertige Suiten verwandelt. Das Ziel war dabei klar: maximale Privatsphäre statt klassischer Hotelatmosphäre. Deshalb verfügen die meisten Suiten über einen eigenen Außeneingang. Lange Hotelflure oder ständig vorbeilaufende Gäste sucht man hier vergeblich – stattdessen fühlt sich der Aufenthalt fast so an, als hätte man ein kleines Refugium ganz für sich allein.

(Stand: Jul 2026)

In Sachen Transparenz: Wir danken dem FORSTGUT für die Unterstützung unserer Recherche.

facts
FORSTGUT: Chaletdorf im Bayerischen Wald
architektur
Alfons Döringer
innenarchitektur
Christina und Frank von Schnurbein
ausstattung
zimmeranzahl
7 Waldchalets (für 2 bis 4 Personen) und 5 Premium-Suiten (für 2 Personen)
zertifikate
energiestandard
energiekonzept

Unsere Bewertung

adult only?
Kinder ab 7 Jahren sind hier willkommen. Allerdings gibt es kein extra Kinderprogramm. Die Ausrichtung des Chaletdorfs ist eher auf Erwachsene gemünzt.
aktivität
Aktivität findet hier außerhalb des Geländes statt. Wandern und Radfahren (Räder müssen selbst mitgebracht werden) sind für die Region rund um Regen am beliebtesten. Ein paar Kilometer weiter gibt es ein Freibad und im Winter laden viele Loipen – direkt vom FORSTGUT aus – zum Langlaufen ein. On top kann man die „Glücksmomente“ buchen. Wie etwa eine Kutschfahrt mit Kaltblütern oder ein Dinner auf einem Floß.
Architektur
Das zentrale architektonische Leitmotiv ist die Verbindung von Innen- und Außenraum. Deshalb wurden die Gebäude konsequent so geplant, dass der Naturbezug immer erlebbar ist. Sieben Waldchalets und fünf stilvolle Premium Suiten in moderner, nachhaltiger Holzbauweise gruppieren sich rund um den zentralen Gutsplatz zu einem Ensemble. Optisch fügen sie sich durch traditionelle Holzschindeln oder Holzfassaden in die Umgebung bzw. die Natur ein. Beim Bau wurden ausschließlich lokale Handwerker beauftragt sowie von Schreinern handgefertigte Vollholzmöbel aus heimischem Holz – wie Buche, Tanne oder Eiche – verwendet.
atmosphäre
Die Atmosphäre im FORSTGUT lässt sich am besten so beschreiben: privat, entschleunigt, wohlig, leise, unaufgeregt, naturverbunden
interior
Moderne, nachhaltige Holzbauweise. Jedes Chalet ist individuell gestaltet, mit bodentiefen Fenstern, privatem Badezuber, Sauna und Kamin. Verwendet wurden ausschließlich Massivholz und heimische Holzarten. Keine Kunststoffe als dominierende Oberflächen und kein Tropenholz. Der Chalet-Betreiber grenzt sich bewusst von Hotels ab, die überwiegend Resopal oder Kunststoff einsetzen. Er sieht darin einen deutlichen Unterschied beim Raumklima und der Wertigkeit.
kindred spirits
Ein Rückzugsort, der vor allem bei Paaren beliebt ist. Ebenso findet man hier einige Hundebesitzer:innen an. Hier zählt Individualität statt Gemeinschaft und Rückzug statt Animation.
kunst
mindfulness
Auf der Terrasse sitzen und der Natur lauschen oder im hauseigenen FORSTGUT hinter den Chalets in den Wald eintauchen (verschiedene Waldbadeplätze, Hängematten und Sonnenliegen laden hier zum Verweilen ein): Mehr wahre Mindfulness braucht es eigentlich nicht. Wer hier eine Runde Meditieren. Yoga machen oder achtsam zwischen den Tannen umherlaufen möchte, kann das jederzeit tun. Und im Winter lohnt es sich, den Kamin anzumachen und bei einem Glas Wein oder einer Tasse Tee den knisternden Flammen zuzuschauen.
nachhaltigkeit
Der Respekt für die Umgebung kam schon beim Bau zum Tragen: Die Gastgeber:innen Cornelia und Frank von Schnurbein arbeiteten hierfür mit lokalen Handwerkern zusammen, die heimische Materialien wie Buchen-, Tannen- oder Eichenholz verwendeten, ergänzt durch handgefertigte Vollholzmöbel. Alle Chalets und Gebäude stehen auf Punktfundamenten und weisen einen geringen Ressourcenverbrauch auf. 95 Prozent des Strombedarfs werden durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern und 100 Prozent des Wärmebedarfs durch eine Hackschnitzel-Heizung gedeckt, zusätzlich gespeist mit Abfällen aus dem eigenen Forstbetrieb. Letzterer trägt zudem über eine gezielte Aufforstung mit Mischbaumarten für einen klimaresistenten Wald zur positiven Ökobilanz des FORSTGUT bei. Das Wasser für das komplette Chaletdorf stammt auf hauseigenen Quellen in einem geschützten Bereich des Gutswalds.
soulfood
Das FORSTGUT hat kein Restaurant und das Frühstück kommt direkt ins Chalet und dennoch können wir sagen: Es hat uns an nichts gefehlt. Der Frühstückskorb ist gut gefüllt und enthält auch regionale Zutaten. Die Auswahl an Vorkoch-Menüs, die man sich aus der HonestyBar bzw. der Deep Green Lounge nehmen und dann in der eigenen Küche selbst aufwärmen kann, ist auch umfangreich. Hier gibt es rund um die Uhr lokaltypische Gerichte und internationalen Food-Trends aus frischen Zutaten von Bauern und Produzenten aus der Umgebung oder mit Wild aus eigener Jagd – wie Thymian-Suppe, Wild-Bolognese mit Waldbeeren, Wildgulasch mit Quitten, Rotwein-Zwiebeln, Apfel-Zimt-Chutney oder Bayerische Semmelknödel. Dazu: Chips, Eis, Pasta, Getränke. Ein eigener Grill steht ebenso in jedem Chalet zur Verfügung. Ein Grillpaket mit Steaks, frischem Gemüse, Grillkartoffeln sowie verschiedene Saucen und Grillkohle kann vorbestellt werden. Die Küche ist übrigens hervorragend ausgestattet und enthält neben Klassikern wie Besteck, Töpfen und Geschirr auch Geräte wie Toaster, Eierkocher & Co.
spa & treatments
Alle Chalets verfügen über eine eigene, private Sauna und einen Hot Tub (Badezuber). Andere Spa-Programme gibt es hier, nicht, aber das ist hier auch nicht notwendig.
wie bei freunden
Das FORSTGUT ist auf private Aufenthalte ausgerichtet. Auch das Konzept (kein Restaurant, wenig Gemeinschaftsräume) spiegelt das wieder. Gäste bleiben hier daher in der Regel unter sich.
Hunde
Hunde sind willkommen. Die Chalets, in denen Hunde erlaubt sind, sind in der Regel sogar eingezäunt. Ums FORSTGUT herum gibt es etliche Wege für ausgedehnte Gassirunden.

Persönliche Empfehlungen

Unbedingt machen!
  • Den Gutswald hinter dem Haus erkunden. Es gibt viele Stellen, um zur Ruhe zu kommen und sich mit dem Wald zu verbinden.
  • Sich mit einem Kaffee oder Tee morgens auf die Yoga-Plattform im Wald setzen – oder natürlich hier auch Yoga machen – und den Geräuschen der Natur zu lauschen.
  • Fürs Dinner eines – oder mehrere – der Vorkoch-Menüs aus der Deep Green Lounge bzw. der  HonestyBar probieren.
  • Einfach mal nichts machen. Auf der Chalet-eigenen Terrasse sitzen und der Natur lauschen, lesen, im eigenen Hot Tub oder der Sauna entspannen... und sich mal um nichts anderes kümmern
Nichts für Menschen, die
  • sich ohne fremdgesteuertes Programm langweilen.
  • sich nicht selbst versorgen wollen.
  • ein Restaurant auf dem Gelände brauchen.
  • im Urlaub socializen wollen.